DER WOLF

ist inzwischen in den Revieren unseres Kreisgebietes flächendeckend vertreten und die Auswirkungen auf Wildbestand wie –verhalten sind nicht zu verleugnen. Es dürfte kaum einen Revierpächter in unserem Kreisverband geben, der nicht über Risse oder Wolfsbeobachtungen in seinem Jagdbezirk berichten kann – wenn er es denn will! Einige Weidgenossen scheinen weiterhin der Auffassung zu sein, dass wesensfestes Verschweigen des Problems Abhilfe schaffen könne und die Meldung von Wolfsvorkommen sofort wildfremde und der Jagd nicht zugetane Besucher ins Revier locke.

Dem ist nicht so!

Der Wolf in unseren Revieren ist keine Privatsache. Seine Auswirkungen betreffen den Wildbestand und das Verhalten des Wildes insgesamt und in besonderem Maße die Weidetiere unserer Jagdgenossen. Das Rosenthaler Wolfsrudel nimmt mit den in den letzten Jahren über 250 getöteten oder verletzten Weidetieren bundesweit eine Spitzenstellung ein.

Von den seit 2013 im Landesjagdverband geschulten Wildtierbeauftragten stehen im Kamenzer JV drei Weidgenossen als zur Verfügung, um Ihnen bei Wildtierrissen, zur Klärung von Spuren oder anderen Nachweisen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Eine Hilfe, die nur selten in Anspruch genommen wird. Mehr als sie anbieten können wir als Wildtierbeauftragte nicht. Wir werden nicht unaufgefordert in fremden Revieren herumstreifen.

Wer sein Revier bereits online verwaltet, kann dort über die erweiterte Präsenzerfassung eigene Beobachtungen eingeben und dem Monitoring des Freistaates zur Verfügung stellen. Nur erfahren dann weder Reviernachbarn oder der eigene Hegering davon. Daher ist es umso wichtiger, dass wir uns zum Thema austauschen, denn ungeachtet der hohen Wolfsdichte gibt es immer wieder Veränderungen, weil sich die Rudelterritorien über die Zeit verändern, Rudel sich auflösen und neu bilden können.

Als Jäger vor Ort erleben wir diese Dinge live mit, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die von den Wölfen genutzten Territorien um ein Vielfaches größer sind als unsere Reviere. Deshalb kann sich erst aus vielen Einzelbeobachtungen oder Nachweisen ein Gesamtbild ergeben.  Das bekommen wir nur, wenn wir uns dazu austauschen. Nur wenn dieses Gesamtbild stimmig und aktuell ist, können wir in Sachen Wolf politische Veränderungen zu Gunsten von Jagd, Weidetierhaltung und Natur erreichen.

Als Wildtierbeauftragte stehen in unseren Kreisverband zur Verfügung:

 Steffen Moschke                          035723 29 196

Friedrich Noltenius                        0170 5314 085

Stefan Wolf                                   0172 76 08 044

Die aktuell bekannten Rudeldaten und Nachweise im Landkreis Bautzen gibt es auf dieser Karte der www. wolfszone.de:

Wolfskarte Bautzen

Wer Ergänzungen zu dieser Karte oder Informationen zum Wolfsgeschehen in unserer Region mitteilen möchten, kann mir dies bitte unter der Mailadresse karte[at]wolfszone.de zukommen lassen.

Ihr/Euer

Friedrich Noltenius

Obmann für Natur- und Artenschutz